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Pflegeformen - Welche ist die Richtige?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Entlastung der zu pflegenden Angehörigen, wie z.B. die Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, Tages- und Nachtpflege. Achtzig Prozent der Pflegefälle werden zu Hause mit Hilfe des ambulanten Pflegedienstes versorgt. Die stationäre Pflege ist dagegen eine Komplettlösung. Die Entscheidung für eine der Pflegeformen sollte vom Schweregrad der Pflegebedürftigkeit sowie vom Wohlbefinden der Betroffenen abhängig sein.

 

Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten zur Entlastung der zu pflegenden Angehörigen:


Pflege in der Häuslichkeit
Pflegebedürftige haben bei häuslicher Pflege Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung. Häusliche Pflege wird durch geeignete Pflegekräfte erbracht, die entweder von der Pflegekasse oder bei ambulanter Pflegeeinrichtungen, mit denen die Pflegekasse einen Versorgungsvertrag abgeschlossen hat, angestellt sind. Ein Pflegedienst bietet Familien die nötige Hilfe für den Alltag an, damit pflegende Angehörige zum Beispiel Beruf und Betreuung besser organisieren können. In der gewohnten Umgebung ist eine individuelle Pflege und Versorgung die sinnvolle Ergänzung nach und neben den ärztlichen Behandlungen. Zuhause fühlt sich der Mensch oft am wohlsten, was wesentlich zur Besserung, zur Genesung und zum Wohlbefinden des Menschen beiträgt.

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Urlaubs- und Verhinderungspflege
Ist die Pflegeperson wegen Erholungsurlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege verhindert, übernimmt die Pflegekasse die Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für längstens vier Wochen je Kalenderjahr. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung, mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Alternativen zur Erholung bzw. Entlastung der Pflegenden sind die teilstationäre Tages- und Nachtpflege sowie die Kurzzeitpflege. 


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Pflegeheime

Ein Pflegeheim ist eine Einrichtung, in der pflegebedürftige Menschen ganztägig (vollstationär), tagsüber oder nur nachts (teilstationär) untergebracht und unter der Verantwortung professioneller Pflegekräfte gepflegt und versorgt werden. In vollstationären Einrichtungen erfolgt in der Regel eine dauerhafte und anhaltende Unterbringung, in einigen Pflegeheimen wird zusätzlich zeitlich befristete Kurzzeitpflege angeboten. Gründe für die Aufnahme in ein Pflegeheim sind das Altern, eine schwere chronische Krankheit oder eine Schwerstbehinderung. Pflegebedürftige alte Menschen sind meist in Altenpflegeheimen, behinderte pflegebedürftige Menschen in Einrichtungen der Behindertenhilfe untergebracht. Häufig sind Altenpflegeheime mit Altenheimen kombiniert. Pflegeheime sind von Wohnheimen zu unterscheiden, auch wenn in beiden Einrichtungen Behinderte, pflegebedürftige oder kranke Personen dauerhaft untergebracht sein können.


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Vollstationäre Pflegeeinrichtungen

Anspruch auf Pflege in vollstationären Einrichtungen der Pflegebedürftigen entsteht, wenn die häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich ist oder wegen der Besonderheit des Einzelfalles nicht in Betracht kommt.

Nach den Pflegebedürftigkeits-Richtlinien der Pflegekassen kann die Notwendigkeit der vollstationären Pflege vorliegen bei:

    • Fehlen einer Pflegeperson
    • Fehlender Pflegebereitschaft möglicher Pflegepersonen
    • Drohender oder bereits eingetretener Überforderung der Pflegepersonen
    • Drohender oder bereits eingetretener Verwahrlosung des Pflegebedürftigen
    • Eigen- und Fremdgefährdungstendenzen des Pflegebedürftigen
    • Räumlichen Gegebenheiten im häuslichen Bereich, die keine häusliche Pflege ermöglichen, und durch Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes (§ 40 Abs. SGB XI) nicht verbessert werden können

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    Tages- und Nachtpflege

    Pflegebedürftige haben Anspruch auf teilstationäre Pflege in Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege, wenn häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann oder wenn dies zur Ergänzung oder Stärkung der häuslichen Pflege erforderlich ist. Die teilstationäre Pflege umfasst auch die notwendige Beförderung des Pflegebedürftigen von der Wohnung zur Einrichtung der Tagespflege oder der Nachtpflege und zurück.
    Die Pflegekasse übernimmt im Rahmen der Leistungsbeträge nach § 41 Absatz 2 Satz 2 SGB XI die pflegebedingten Aufwendungen der teilstationären Pflege, die Aufwendungen der sozialen Betreuung und die Aufwendungen für die in der Einrichtung notwendigen Leistungen der medizinischen Behandlungspflege. SGB XI Sozialgesetzbuch


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    Kurzzeitpflege

    Kann die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden und reicht auch teilstationäre Pflege nicht aus, besteht Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung.

    Dies gilt:

    • für eine Übergangszeit im Anschluss an eine stationäre Behandlung des Pflegebedürftigen oder
    • in sonstigen Krisensituationen, in denen vorübergehend häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich oder nicht ausreichend ist.

    Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf vier Wochen pro Kalenderjahr beschränkt. Die Pflegekasse übernimmt die pflegebedingten Aufwendungen, die Aufwendungen der sozialen Betreuung sowie die Aufwendungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege bis zu einem bestimmten Betrag.


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    Betreutes Wohnen

    Betreutes Wohnen verfolgt das Ziel, eine selbstständige Lebens- und Haushaltsführung abzusichern oder wiederherzustellen. Im Betreuten Wohnen wird eine Grundversorgung abgesichert und im Bedarfsfall können zusätzliche Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Zentraler Punkt ist die Tatsache, dass neben einem Miet- oder Kaufvertrag über eine Wohnung ein gesonderter Betreuungsvertrag und gegeben falls ein Servicevertrag abgeschlossen wird. Wahl- und Pflichtleistungen müssen dabei genau unterschieden werden und sollten im Vertrag gesondert festgelegt sein.
    Überwiegend ist in den Wohnanlagen ein Ansprechpartner für die soziale Betreuung vorhanden, den Bewohnern stehen eine  Begegnungsstätte bzw. ein oder mehrere Gemeinschaftsräume zur Verfügung.


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    Sonstige pflegegerechte Wohnformen

    Als Wohnformen sind grundsätzlich zu unterscheiden:

     

    • das ambulant betreute Wohnen,
    • das Wohnen in betreuten Wohngemeinschaften und
    • das betreute Wohnen für Senioren.

     

    Beim ambulant betreuten Wohnen gibt es verschiedene Formen der Betreuung, je nach individuellem Bedarf. So gibt es Personen, die in ihrer eigenen Wohnung leben und Unterstützung von ihrem Einzelfallhelfer oder einem ambulanten Pflegedienst erhalten. Der Bedarf kann wenige Stunden pro Woche betragen oder auch deutlich mehr. Hierbei ist oft nur wichtig, dass die zu betreuende Person an ihre regelmäßigen Pflichten erinnert wird, also eine Hilfestellung für alltägliche Erledigungen erfährt.
    Beim Betreuten Wohnen als Wohnform im Alter wird vom Anbieter und / oder von einem mit ihm kooperierenden Dienstleister einerseits das Wohnen in Form einer eigenen, abgeschlossenen Wohnung regelmäßig über einen Mietvertrag und andererseits ein Paket an allgemeinen Unterstützungsleistungen / Grundleistungen über einen sog. Betreuungsvertrag oder Servicevertrag erbracht. Daneben stehen die Wahlleistungen, bzgl. derer der Mieter Wahlfreiheit hat.

    Als Wohnform gehört das Betreute Wohnen für Senioren nicht zu den Heimen im Sinne des Heimgesetzes bzw. der im Zuge der Umsetzung der Föderalismusreform entstandenen Landesheimgesetze. Rechtlich besteht jeweils ein eigenständiger Haushalt mit einem zielgruppenspezifischen Betreuungsangebot, dessen Inhalte vertraglich geregelt sind.

    Eine andere Form ist das gemeinsame Zusammenleben in therapeutischen Wohngemeinschaften. Auch hier gibt es Unterschiede im Grad der Betreuung. Hierbei kann grob unterschieden werden zwischen Rund-um-die-Uhr-Betreuung und Betreuung, die nur tagsüber bzw. zu bestimmten Zeiten stattfindet.

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    Hospiz-Dienste und Palliativpflege

    Die Palliativpflege versteht sich als über den Tod hinausgehende, bedürfnisorientierte Begleitung, die das individuelle Wohlbefinden steigern und Sicherheit und Geborgenheit in allen Stadien des Leidens und Sterbens vermittelt. Die umfassende Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen erfordert ein Team (Palliativ Care Team) aus Ärzten, Pflegepersonal, Sozialarbeitern, Psychologen, Physiotherapeuten und Seelsorgern. Neben den Hauptamtlichen Mitarbeitern ist die Einbindung von ehrenamtlichen Mitarbeitern besonders in der Hospizbewegung wichtig. Ein Grundsatz der Hospizbewegung ist die Einbeziehung der Angehörigen und nahen Bekannten des zu Pflegenden. Das Hilfsangebot der Hospizdienste geht über den Tod hinaus und bietet den Hinterbliebenen Angehörigen Hilfe bei der Trauerbewältigung.


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    Wichtige Grundprinzipien der Hospizbewegung sind:

    • Es geht um den einzelnen Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen auf allen Ebenen (körperliche, psychische, soziale und spirituelle Ebene). Der Mensch wird als soziales Wesen betrachtet und seine Angehörigen und nahen Bekannten werden grundsätzlich mit einbezogen.
    • Die Arbeit geschieht in einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Seelsorgern, Sozialarbeiter/innen, Krankengymnasten, Psychologen usw.
    • In die Arbeit werden freiwillige Helfer (Ehrenamt) einbezogen. Sie dienen der Integration des Sterbenden und des Sterbens in die Gesellschaft.
    • Das Team der Helfenden verfügt über gründliche Kenntnisse in der Symptomkontrolle (Palliativmedizin, insbesondere der Schmerztherapie).
    • Die Kontinuität der Hilfen ist gesichert: Dies bedeutet, dass das Hilfsangebot rund um die Uhr zur Verfügung steht. Es bedeutet zudem, dass den Hinterbliebenen auch noch nach dem Tod ihres Angehörigen Unterstützung (Trauerbegleitung) angeboten wird.

    Wichtige Einrichtungen der Hospizbewegung sind:
       

    • Stationäre Hospize
    • Palliativstationen
    • Palliative Pflegedienste
    • Ambulante Einrichtungen wie Hospizgruppen und Hospizinitiativen, die sterbende Menschen zu Hause oder in anderen Einrichtungen begleiten
    • Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung
    • Deutscher Hospiz- und Palliativ Verband e.V. als Dachverband der Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland
    • Kirchliche Verbände wie Caritas, Malteser Hilfsdienst, Diakonie

     

    Quelle: Wikipedia