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Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist der sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Im Auftrag der Pflegekassen überprüft der MDK, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und welche Stufe der Pflegebedürftigkeit vorliegt. Im Rahmen dieser Prüfung/Begutachtung hat der MDK durch eine Untersuchung des Versicherten die Einschränkungen bei den Verrichtungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) festzustellen sowie Art, Umfang, voraussichtliche Dauer der Hilfebedürftigkeit und das Ausmaß der eingeschränkten Alltagskompetenz zu ermitteln. Bei knappschaftlich Versicherten erstellt das Gutachten der Sozialmedizinische Dienst (SMD). Bei Privatversicherten erfolgt die Begutachtung durch "MEDICPROOF".

Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit
Die Prüfung/Begutachtung geschieht in der Regel bei einem – zuvor angemeldeten – Hausbesuch eines Gutachters (Pflegefachkraft oder Arzt).

Der Gutachter ermittelt den Hilfebedarf für die Verrichtungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) sowie für die hauswirtschaftliche Versorgung. Seit Juli 1997 gelten bundesweit einheitliche Begutachtungs-Richtlinien (BRi), die zuletzt am 8. Juni 2009 aktualisiert und präzisiert wurden. Bestandteil der BRi sind u.a. die Orientierungswerte zur Pflegezeitbemessung für die Verrichtungen der Grundpflege. Für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit und die Zuordnung zu einer Pflegestufe ist allein der im Einzelfall bestehende individuelle Hilfebedarf maßgeblich. Die Orientierungswerte sind nur Anhaltsgrößen im Sinne eines Zeitkorridors. Sie sind für den Gutachter lediglich ein Instrument zur Feststellung des individuellen Hilfebedarfs.

Die Leistungsentscheidung  trifft die Pflegekasse unter maßgeblicher Berücksichtigung des Gutachtens des MDK.

Bearbeitungsfristen
Die Bearbeitungsfrist für Anträge auf Pflegeleistungen beträgt fünf Wochen. Dieser Zeitraum wurde mit der Pflegereform 2008 ins Gesetz geschrieben, damit pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen schnelle Entscheidungen über die beantragten Leistungen erhalten. Somit kann die Pflege zeitnah geplant und organisiert werden.

Befindet sich der Antragsteller im Krankenhaus oder in einer stationären Rehabilitationseinrichtung und liegen Hinweise vor, dass zur Sicherstellung der ambulanten/stationären Weiterversorgung und Betreuung eine Begutachtung in der Einrichtung erforderlich ist, ist die Begutachtung dort durch den MDK unverzüglich, spätestens innerhalb einer Woche zu erfolgen. Die verkürzte Begutachtungsfrist gilt auch, wenn der Antragsteller sich in einem Hospiz befindet oder ambulant-palliativ versorgt wird.


Befindet sich der Antragssteller in häuslicher Umgebung, ohne palliativ versorgt zu werden und wurde die Inanspruchnahme von Pflegezeit gegenüber dem Arbeitgeber angekündigt, ist die Begutachtung durch den MDK spätestens innerhalb von zwei Woche erfolgen.

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit