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Ab wann fängt Pflege an?

Pflegebedürftigkeit kann durch Krankheit oder einen unvorhergesehenen Unfall jeden treffen, unabhängig vom Alter. Tritt der Fall der Pflegebedürftigkeit ein, lässt er sich umso besser bewältigen, je besser die Betroffenen informiert sind. Etwa 2,25 Mio. Menschen in Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt auf Pflege angewiesen - Tendenz steigend. 68% der Pflegebedürftigen sind 75 Jahre und älter. Schon 2030 sollen 3,4 Mio. Menschen auf Pflege angewiesen sein. Das Pflegeversicherungsgesetz unterscheidet zwischen verschiedenen Pflegestufen. Zur sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit wurde die soziale Pflegeversicherung geschaffen, in deren Schutz kraft Gesetz alle einbezogen sind die in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Die gesetzliche Grundlage ist das Sozialgesetzbuch Elftes Buch (SGB XI).
Wer bei einer privaten Krankenkasse versichert ist, muss eine private Pflegeversicherung abschließen. Bei gesetzlich Versicherten entscheidet der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) darüber, welche Pflegestufe ein hilfsbedürftiger Mensch erhält. Bei privat Kranken- und Pflegeversicherten unterliegt die Entscheidung dem medizinischen Dienst "Medicproof". Durch einen Hausbesuch stellen in der Regel die Gutachter dieser Dienste fest, wie viel Pflege notwendig ist und welche Pflegestufe Sie erhalten. Die Leistungen der Pflegeversicherung sind Dienst-, Sach- und Geldleistungen für den Bedarf der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung sowie Kostenerstattung. Darüber hinaus können nach dem SGB XII Hilfe zur Pflege beim kommunalen Träger (Sozialamt) beantragt werden.


Das Sozialgesetzbuch (SGB XI) definiert dies in Paragraph 14 wie folgt:
„Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höheren Maße der Hilfe bedürfen.“

Zu den körperlichen, geistigen und seelischen Krankheiten oder Behinderungen zählen:

•    Verluste, Lähmungen oder andere Funktionsstörungen am Stütz- und Bewegungsapparat

•    Funktionsstörungen der inneren Organe oder der Sinnesorgane

•    Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen sowie Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen

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